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Technischer
Fortschritt ist in vielen Fällen untrennbar mit der
Entwicklung neuer Waffen verbunden. Dies gilt in besonderem
Maß für die über 100jährige Geschichte des einstigen
Kaiserlichen Schießplatzes in Kummersdorf-Gut. Es ist daher
nicht überraschend, dass die deutsche Reichswehr in den
Raketen nichts anderes sah als schnelle und weit reichende
Geschosse. Und es ist auch nicht überraschend, dass die
Reichswehr die in Berlin besonders aktiven privaten
Amateurforscher und Raketenbastler entweder unter ihre
Fittiche nahm – oder ihnen das Handwerk legte. |
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Am Rande
des Schießplatzes entstanden daher zunächst im
Osten, dann auch im
Westen
die ersten Raketenprüfstände, meist
dreiseitig umschlossene, bunkerähnliche Gebäude mit
rückwärtigen Beobachtungs- und Steuerungseinrichtungen und in
den Boden eingelassene, z.T.
feuerfest ausgemauerten Abgaskanäle. Der technische Erfolg der ersten
Triebwerks-Aggregate und die Reichweiten der ersten Raketen
führten zum Bau des Raketen-Versuchsgeländes Peenemünde auf
der Insel Usedom ab 1936 – in Kummersdorf verblieb aber
weiterhin die Triebwerksforschung und –erprobung. Hierzu
errichtete man die
Versuchsstelle Gottow
mit weiteren
Prüfständen mit angeschlossenen
Labors, deren
Bedeutung und Funktion bisher nicht genau erschlossen sind.
Wichtigstes „Produkt“ der militärischen Raketenforschung war
das Aggregat A 4 – Träger für die spätere
„Vergeltungswaffe V 2“, aber ebenso auch Basis für die
Trägerraketen
der späteren zivilen Raumfahrt ab der 2.
Hälfte der 50er Jahre. Es ist daher keine Übertreibung,
Kummersdorf als Wiege der Weltraumfahrt zu bezeichnen. |
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