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  Friedensbotschaften aus Rangsdorf  
     
       
                 
  Interviews mit Zeitzeugen - mit Nina Gerkulo am 06.08.2005  
     
    Interview mit Maria Kapitonenko  
    Interview mit Nadja Tschabar  
    Interview mit Raja Tschabar  
    Interview mit Boris Kostinski  
     
        Video mit Nina Gerkulo und Boris Kostinski (ca. 2.40 MB)  
 

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Ich kam im Sommer 1942 zur Erntezeit nach Deutschland und blieb dort bis Kriegsende 1945. Zuerst brachte man uns zu einem Bauern, wo wir bei der Ernte helfen mussten. Im Herbst dann überwies man uns in eine Fabrik, die Bücker-Werke in Rangsdorf. Als schließlich die unseren Rangsdorf eroberten, kam ich nach Berlin.

Bei Bücker arbeitete ich im Werk. Ich habe auf dem Flugplatz die Flugflächen angespannt. Unsere Lebensbedingungen waren hart. Wir mussten immer in einer Kolonne marschieren. Zu Essen erhielten wir für eine Woche 50 Gramm Fett, 100 Gramm Zucker und einen Brotlaib. Es gab auch gekochtes Essen: ein paar Kartoffeln. Wenn man uns sonntags ausgehen ließ, mussten wir bis 12 Uhr zurückkommen. Wenn sich jemand verspätet hat, wurde er bestraft. Als ich es einmal nicht rechtzeitig geschafft hatte, wurden ich und Raja Tschabar mit kaltem Wasser übergossen. So war das Leben. Außerhalb des Lagers mussten wir immer das Zeichen „Ost“ an der Brust tragen.

Ich erinnere mich, dass wir auch an den See zum Baden gingen. Eines Tages ertrank dort ein Junge, Timosch. Auch ich war bei der bewegenden Beerdigung dabei. Hans Vogeler (Boris Kostinski) hielt die Ansprache.

Es gab auch französische Zwangsarbeiter im Werk. Sie hörten Radio und erzählten uns über die Lage an der Front.

Unter den deutschen Arbeitern gab es durchaus auch gute Deutsche. Wenn ich zur Arbeit kam, gab mir einer öfter ein belegtes Brot. Es gab aber auch solche, die uns nicht verstanden. Als wir sonntags ausgingen, fragten wir bei den deutschen Bewohnern in Rangsdorf nach, ob es Arbeit für uns gibt. Den Hof in Ordnung bringen, plätten u.a.m.. Dafür erhielten wir dann Brot.

Nach der Befreiung kam ich bereits 1945 nach Hause. Doch ich hatte keine Papiere. Ich ging zum Militärkommissariat. Man gab mir einen Pass für drei Monate. Und man teilte mir die schwierigste Arbeit in einer Fabrik zu. In diesem Werk gab es keinen Kran. Das Metall musste ich selbst schleppen. Sie behandelten mich wie einen Feind.

Noch 1945 heiratete ich einen Militärangehörigen. Wir hatten zuerst kein Heim. Erst als ich nach Drushkowka zurück durfte, änderte sich die Situation. Wir mieteten zunächst eine Wohnung bei meiner Tante. Dann kauften wir ein Stück Land. Jetzt aber brauche ich nichts mehr.

 
     
 
  Eine Zusammenfassung zu "Rangsdorf - Interview mit Nina Gerkulo" können sie hier in PDF - Format herunterladen. Die Größe der Datei beträgt: 56 KB
 
     
 

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