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Ich kam im Sommer 1942 zur
Erntezeit nach Deutschland und blieb dort bis Kriegsende 1945.
Zuerst brachte man uns zu einem Bauern, wo wir bei der Ernte
helfen mussten. Im Herbst dann überwies man uns in eine
Fabrik, die Bücker-Werke in Rangsdorf. Als schließlich die
unseren Rangsdorf eroberten, kam ich nach Berlin.
Bei Bücker arbeitete ich im Werk. Ich habe auf dem Flugplatz
die Flugflächen angespannt. Unsere Lebensbedingungen waren
hart. Wir mussten immer in einer Kolonne marschieren. Zu Essen
erhielten wir für eine Woche 50 Gramm Fett, 100 Gramm Zucker
und einen Brotlaib. Es gab auch gekochtes Essen: ein paar
Kartoffeln. Wenn man uns sonntags ausgehen ließ, mussten wir
bis 12 Uhr zurückkommen. Wenn sich jemand verspätet hat, wurde
er bestraft. Als ich es einmal nicht rechtzeitig geschafft
hatte, wurden ich und Raja Tschabar mit kaltem Wasser
übergossen. So war das Leben. Außerhalb des Lagers mussten wir
immer das Zeichen „Ost“ an der Brust tragen.
Ich erinnere mich, dass wir auch an den See zum Baden gingen.
Eines Tages ertrank dort ein Junge, Timosch. Auch ich war bei
der bewegenden Beerdigung dabei.
Hans Vogeler (Boris Kostinski)
hielt die Ansprache.
Es gab auch französische Zwangsarbeiter im Werk. Sie hörten
Radio und erzählten uns über die Lage an der Front.
Unter den deutschen Arbeitern gab
es durchaus auch gute Deutsche. Wenn ich zur Arbeit kam, gab
mir einer öfter ein belegtes Brot. Es gab aber auch solche,
die uns nicht verstanden. Als wir sonntags ausgingen, fragten
wir bei den deutschen Bewohnern in Rangsdorf nach, ob es
Arbeit für uns gibt. Den Hof in Ordnung bringen, plätten u.a.m..
Dafür erhielten wir dann Brot.
Nach der Befreiung kam ich bereits 1945 nach Hause. Doch ich
hatte keine Papiere. Ich ging zum Militärkommissariat. Man gab
mir einen Pass für drei Monate. Und man teilte mir die
schwierigste Arbeit in einer Fabrik zu. In diesem Werk gab es
keinen Kran. Das Metall musste ich selbst schleppen. Sie
behandelten mich wie einen Feind.
Noch 1945 heiratete ich einen Militärangehörigen. Wir hatten
zuerst kein Heim. Erst als ich nach Drushkowka zurück durfte,
änderte sich die Situation. Wir mieteten zunächst eine Wohnung
bei meiner Tante. Dann kauften wir ein Stück Land. Jetzt aber
brauche ich nichts mehr. |
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